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Augengesundheit ganzheitlich unterstützen – Ernährung, Mikronährstoffe und wissenschaftliche Erkenntnisse

Aktualisiert: 13. Dez. 2025

Unsere Augen sind täglich hohen Anforderungen ausgesetzt. Neben digitaler Bildschirmarbeit spielen auch Umweltfaktoren, oxidativer Stress, zunehmendes Alter sowie individuelle Belastungen eine Rolle für die Augengesundheit. Besonders in den dunkleren Monaten verstärken künstliches Licht, trockene Raumluft und längere Aufenthalte in Innenräumen typische Beschwerden wie trockene, müde oder gereizte Augen.

Immer häufiger stellt sich daher die Frage, wie sich die Augen langfristig unterstützen lassen – nicht nur durch Sehhilfen oder augenärztliche Kontrollen, sondern auch durch Ernährung und gezielte Mikronährstoffversorgung. Tatsächlich gibt es heute eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Studien, die zeigen, dass bestimmte Nährstoffe die Augen vor oxidativem Stress schützen und ihre Funktion unterstützen können.


Auge Blau


Warum Mikronährstoffe für die Augengesundheit so wichtig sind

Das Auge gehört zu den stoffwechselaktivsten Organen des menschlichen Körpers. Netzhaut, Linse und Sehnerv sind besonders empfindlich gegenüber freien Radikalen und Entzündungsprozessen. Oxidativer Stress kann langfristig zur Alterung der Linse (Grauer Star), zu Veränderungen der Netzhaut (z. B. altersbedingte Makuladegeneration) oder zu Störungen der Augenoberfläche beitragen.

Eine ausgewogene Ernährung bildet die Basis für gesunde Augen. In bestimmten Lebensphasen oder bei erhöhter Belastung kann eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein, um die natürlichen Schutzmechanismen des Auges zu unterstützen.


Carotinoide: Natürlicher Schutz für Netzhaut und Linse

Astaxanthin – antioxidativer Zellschutz

Astaxanthin ist ein sekundärer Pflanzenstoff aus der Mikroalge Haematococcus pluvialis und zählt zu den stärksten bekannten Antioxidantien. Es wirkt membranüberspannend, stabilisiert mitochondriale Prozesse und kann oxidativen Stress in besonders empfindlichen Geweben reduzieren.

Studien zeigen, dass Astaxanthin die Ermüdung der Augen bei hoher visueller Belastung verringern und die Anpassungsfähigkeit des Ziliarmuskels unterstützen kann. Dadurch kann die Sehschärfe auch nach intensiver Beanspruchung stabiler bleiben.


Weiterführender Fachartikel: Astaxanthin – der Schutzstoff für viele Organe.


Lutein und Zeaxanthin – gezielter Schutz der Makula

Lutein und Zeaxanthin sind Carotinoide, die sich gezielt in der Makula der Netzhaut anreichern. Dort bilden sie das sogenannte Makulapigment. Ihre wichtigste Aufgabe besteht darin, energiereiches blaues Licht zu filtern und photochemische Schäden an den lichtempfindlichen Sinneszellen zu reduzieren.

Zahlreiche Studien zeigen, dass eine Supplementierung mit Lutein und Zeaxanthin die Dichte des Makulapigments erhöhen kann. Dieser Effekt wird mit einem besseren Schutz der Netzhaut und einer Unterstützung der Sehfunktion in Verbindung gebracht.

Besonders bekannt sind diese Carotinoide aus der AREDS‑2‑Studie, in der sie als sichere Alternative zu Beta-Carotin eingesetzt wurden.



Omega-3-Fettsäuren bei trockenen Augen

Omega-3-Fettsäuren, insbesondere EPA und DHA, besitzen entzündungshemmende Eigenschaften und spielen eine wichtige Rolle für die Stabilität des Tränenfilms. Sie beeinflussen die Lipidschicht des Tränenfilms positiv und können so die Verdunstung der Tränenflüssigkeit reduzieren.

Besonders bei der Meibomdrüsen-Dysfunktion – einer der häufigsten Ursachen trockener Augen – zeigen Studien, dass eine tägliche Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren Symptome wie Brennen, Fremdkörpergefühl oder Rötungen lindern kann. Auch die Tränenfilmaufreißzeit (TBUT) verbesserte sich in mehreren Untersuchungen signifikant.


Weitere Mikronährstoffe: Basisabsicherung für gesunde Augen

Neben Carotinoiden und Omega-3-Fettsäuren ist eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen entscheidend für die Augengesundheit:

  • Vitamin C trägt zum Schutz der Linse vor oxidativem Stress bei und kommt in hoher Konzentration im Kammerwasser des Auges vor.

  • Vitamin E schützt Zellmembranen und unterstützt antioxidative Schutzsysteme.

  • Zink ist ein wichtiger Cofaktor zahlreicher Enzyme in der Netzhaut und spielt eine zentrale Rolle im Vitamin-A-Stoffwechsel.

  • Kupfer wird häufig ergänzend eingesetzt, um eine ausgewogene Mineralstoffversorgung sicherzustellen.

  • Vitamin D besitzt entzündungsregulierende Eigenschaften und wird zunehmend mit der Stabilität des Tränenfilms in Verbindung gebracht.

Gerade bei unausgewogener Ernährung, hoher Belastung oder zunehmendem Alter kann eine gezielte Basisabsicherung sinnvoll sein.


Augenerkrankungen im Überblick – was Ernährung leisten kann

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Für die AMD liegt die beste wissenschaftliche Evidenz zur Mikronährstoffversorgung vor. Die AREDS‑ und AREDS‑2‑Studien zeigen, dass bestimmte antioxidative Kombinationen bei mittlerer bis fortgeschrittener AMD das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können.

Weiterführender Fachartikel: Altersbedingte Makuladegeneration – Augenvitamine und mehr


Grüner Star (Glaukom)

Beim Glaukom steht die Senkung des Augeninnendrucks durch augenärztliche Therapie im Vordergrund. Einige Mikronährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe werden im Zusammenhang mit antioxidativen und durchblutungsfördernden Effekten diskutiert. Sie können eine begleitende Rolle spielen, ersetzen jedoch keine medizinische Behandlung.


Weiterführender Fachartikel: Grüner Star – mit Mikronährstoffen begleiten


Grauer Star (Katarakt)

Oxidativer Stress gilt als einer der Hauptfaktoren bei der Entstehung des Grauen Stars. Beobachtungsstudien legen nahe, dass eine gute Versorgung mit antioxidativen Vitaminen und Carotinoiden mit einem geringeren Risiko für altersbedingte Linsentrübungen assoziiert sein kann. Eine operative Behandlung bleibt jedoch bei fortgeschrittener Katarakt die Therapie der Wahl.


Weiterführender Fachartikel: Grauer Star – das Voranschreiten verstehen



Fazit: Die Augen langfristig unterstützen

Eine gesunde Ernährung bildet die Grundlage für leistungsfähige Augen. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass ausgewählte Mikronährstoffe – insbesondere Carotinoide, Omega-3-Fettsäuren sowie antioxidative Vitamine und Mineralstoffe – die natürlichen Schutzmechanismen des Auges unterstützen können.

Gerade bei hoher visueller Belastung, im zunehmenden Alter oder bei ersten Beschwerden kann eine gezielte, individuell abgestimmte Mikronährstoffversorgung einen wertvollen Beitrag zur langfristigen Augengesundheit leisten. Eine fachliche Beratung hilft dabei, die passenden Maßnahmen sinnvoll zu kombinieren.

 
 
 

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